Emma Schmälzle
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Aus dem Leben eines Hosenträgers

Hechingen.  Bei der 21. Auflage von "Schwäbisch gschwätzt ond gsonga" gewährte Emma Schmälzle tiefe Einblicke in des Schwaben Seele. Sie ließ den typischen Charme der schwäbischen Sprache aufleben

Organisator Werner Gaus, selbst bekannter schwäbischer Mundartdichter, Schriftsteller und Buchautor, konnte im Bildungshaus St. Luzen auf einen voll besetzten Raum blicken. "Bei solch schönem Wetter muss man raus, da geht man in das Bildungshaus und da wird einem etwas Tolles geboten", stellte er fest und sollte Recht behalten: Es gab mächtig was auf die Ohren. Emma Schmälzle, seit vielen Jahren bekannt durch ihre unzähligen Radioauftritte, bezeichnet sich gerne als bekennende Vollblutschwäbin. Kompromisslos offenbart sie bei ihren Auftritten die Sonnen- und Schattenseiten der schwäbischen Seele. Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt - die Schwabenpowerfrau durchlebt in ihren Gedichten und Geschichten rund um die schwäbische Mundart und Kultur sämtliche Höhen und Tiefen. Deftiges, Feinfühliges und Tiefschürfendes paaren sich mit Schlagfertigkeit und Ehrlichkeit. Emma Schmälzle erzählt von Enkelkindern, die wissen möchten, warum Regenwürmer eigentlich nackig sind, oder wieso eine Kuh keinen Wein gibt. Emma hat für alles und jeden eine Antwort parat.

Auch das männliche schwäbische Geschlecht bekam sein Fett ab. Einfühlsam und mit viel Humor gab Emma Schmälzle Einblicke in das Leben eines Hosenträgers: "Der freut sich am Trägerläba, zu viert dürfen sie die Hose heba." "Nei da Ranza, raus die Brust, das ist echte Manneslust", stellte die Protagonistin fest. Gnadenlos spricht Emma sämtliche Dinge des Lebens an, wie beispielsweise die nächtlichen Torturen der Frau ob der Schnarchgewohnheiten ihres Gatten. Es wurde so manchem der Spiegel vorgehalten und die Möglichkeit gegeben, über sich selbst zu lachen. In ihrem nächsten Leben möchte Emma Schmälzle als Bär auf die Welt kommen. Als Bärin kümmert sie sich um ihre Jungen und ist Chefin über alles. Also was ändert sich? Gar nichts!

In den vergangenen 15 Jahren hat Emma Schmälzle über 350 Gedichte und 30 Kurzgeschichten verfasst. Auch im Hechinger Bildungshaus St. Luzen sorgte sie für beste Mundart-Unterhaltung. Den musikalischen Part des Schwabennachmittags übernahm die Gruppe "Quint-Essenz" aus dem oberschwäbischen Ostrach. Die drei Musiker kombinieren Elemente aus Folk, Blues und Volksmusik zu einem ganz eigenen Stil und binden stets das Publikum mit ein. Die "Philosophischen Lebensweisheiten" im Dialog mit den Zuhörern kamen prächtig an. "Es kommt emmer ällas anders, als ma denkt" oder "Denk dei Sach und halt die Gosch", damit sprachen die Musiker den Gästen aus der Seele. Mit dem musikalischen Abstecher zur "Heimat" sprachen und sangen die Musiker die schwäbischen Wurzeln an und stellten zu guter Letzt fest, dass "dia neie Wörter hohl bleibat". Das schwäbische Mundart-Menüle war wieder voller Erfolg und wird sicher in die nächste Runde gehen.